Startschuss für den DigitalPakt in NRW

GEW NRW fordert Ausstattung und Fortbildungen für Lehrer*innen

47 Millionen Euro für Köln, eine gute Million erhält Königswinter und 125.000 Drolshagen. Das Schulministerium NRW stellt Verteilung und Verfahren für den DigitalPakt vor. Was bleibt für Lehrkräfte? Die Gesamtsumme von einer Milliarde Euro für NRW stand schon länger fest. Eine neue Förderrichtlinie gibt erstmals konkrete Zahlen für die Kommunen bekannt. Auf den ersten Blick klingen die Zahlen beeindruckend, aber schon jetzt ist klar: Für die unterfinanzierten Schulen wird das Geld nicht reichen, um eine adäquate Ausstattung zu ermöglichen.
Startschuss für den DigitalPakt in NRW

Foto: Westend61/Fotolia

Aus den einzelnen Förderbudgets der Schulträger sollen digitale Arbeits- und Endgeräte wie Laptops oder Tablets sowie digitale Medien finanziert werden. In der Förderrichtlinie zur Verteilung der Gelder an die Schulträger ist dabei auch die unterschiedliche Finanzkraft der Kommunen berücksichtigt worden.

Die Beschäftigten in Schule nicht vergessen

Die jetzt zugesagten Finanzmittel können aber nur ein erster Schritt einer längst fälligen Investitionsoffensive für die Digitalisierung der Schulen in NRW sein. Insbesondere für die notwendigen PCs und Laptops der Lehrkräfte gibt es bisher zu wenig Bemühungen. „Die Beschäftigten wie die Lernenden in den Bildungseinrichtungen benötigen dringend eine angemessene Ausstattung mit dienstlichen Endgeräten“, fordert GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern.

Professionelle Support-Strukturen an Schulen schaffen

Damit die Digitalisierung an Schulen auch nachhaltig gelingt, ist der Aufbau einer langfristigen Unterstützungsstruktur als sogenannter First-Level-Support ausschlaggebend. Wer ist kurzfristig verfügbar, wenn das schnelle Netz, die Whiteboards oder Tablets mal nicht funktionieren? Auf keinen Fall die Lehrer*innen, findet Maike Finnern. „Sie sollen unterrichten und nicht den Trouble-Shooter spielen, wenn etwas nicht funktioniert“, verlangt sie von der Landesregierung.

Lehrer*innen fit machen für die Digitalisierung

Die Umsetzung von pädagogischen Konzepten in der Arbeit mit digitalen Medien ist die primäre Aufgabe von Lehrer*innen. Dafür müssen diese aber auch geschult werden. Entsprechende Fortbildungsangebote sind dabei unverzichtbar! Zurzeit sind diese keinesfalls in ausreichendem Maße vorhanden. Dabei muss klar sein, dass Lehrer*innen für solche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zeitlich entlastet werden. Denn schon jetzt ist die Arbeitsbelastung viel zu hoch und in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Ute Lorenz, Expertin für Digitalisierung der GEW NRW, und Berthold Paschert, Pressesprecher der GEW NRW